Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)

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Ärztebriefe
Besitzende Institution Forschungsbibliothek <Gotha>
SignaturChart. A 720
Blatt80r-81r
Genre Brief allgemein
Weiteres Genre Empfehlungsschreiben
KorrespondenzGelehrter an Arzt
Person VONWilke, Andreas <1562-1631> [Verfasser/in] [gesichert]
Person ANDresser, Matthaeus <1536-1607> [Adressat/in] [gesichert]
Umfang, Beilagen1 1/2 S.
Entstehungszeit1600 [ermittelt; Brief o.D.]
AbsenderortGotha [gesichert]
ZielortLeipzig [gesichert]
Sprache Latein
LandDeutschland
AusreifungsgradKopie
Inhaltsangabe Wilke habe an Dresser zuletzt vor mehr als acht Jahren aus Jena geschrieben; seitdem habe ihn dessen wachsender Ruhm davor zurückschrecken lassen. Ausgiebiges Lob seiner Person und seiner, insbesondere rhetorisch-stilistischen, Schriften, aber auch seiner unübertroffenen Arbeiten zur griechischen Grammatik und seiner Beiträge zur Geschichtsschreibung. Wilke sei 38 Jahre alt und könne sich seit seiner Kindheit daran erinnern, Dressers Namen genannt zu hören. Zu preisen sei auch dessen Verbundheit mit dem Gothaer Gymnasium; schon sein berühmter Vorgänger Joachim Camerarius habe diese demonstriert, als er nämlich anläßlich der Hochzeitsfeier des Konrektors [Cyriacus Lindemann, 1548/49] nicht nur von Leipzig angereist sei, sondern auch bei dieser Gelegenheit den Ort für würdig befunden habe, dort auf öffentlichem Katheder und unter zahlreicher Teilnahme des Ministeriums, des Rates und der Hochzeitsgäste einige Dichtungen des Phokylides zu erklären. Den Anlaß, die Verbindung zu Dresser wiederaufzunehmen, biete nun der Überbringer, ein junger mittelloser Mann, der auf die Universität Leipzig ziehen wolle. Er sei der Sohn des verstorbenen gelehrten Heinrich Reuter aus Sonneborn. In der Zwischenzeit habe ihn sein wohlwollender Stiefvater der Schule anvertraut, wo der Junge sechs Jahre mit gutem Erfolg gebracht habe. Er sei umfassend gebildet, könne beliebige Gedichte extemporieren usw. Insbesondere sei er musisch hochbegabt. Außerdem sei er sehr gesittet, wie es bekanntlich in ihrer Gegend üblich sei, und sehr schweigsam. Dresser, den Wilke als einzigen in Leipzig kenne, möge dem jungen Mann in jeder Hinsicht behilflich sein.

(Ulrich Schlegelmilch)
BemerkungenIncipit: Octennio ulterius est

Cyriacus Lindemann aus Gotha (c. 1516-1568), von 1545 bis 1548 Rektor in Schulpforta, heiratete 1548 (ADB, Wikipedia s.v. Myconius) oder 1549 (Wikipedia s.v. Lindemann) in Gotha Barbara Myconia, wurde 1549 Konrektor und 1562 Rektor ebd.

Der Besuch des Camerarius und sein öffentlicher Vortrag in Gotha wurde von Wilke bei anderer Gelegenheit mit leichten Abweichungen beschrieben - Camerarius hätte demnach das "Carmen aureum" des [Pseudo-]Pythagoras erklärt. S. Andreas Wilke: Oratio facta in solennem restauratae scholae Gotthanae inaugurationem, Schmalkalden: [Schmuck], 1596 [VD16 W 3106], Bl. D 3v; Wiederabdruck der Passage in: Caspar Sagittarius: Historia Gothana plenior [...], bearb. v. Wilhelm Ernst Tentzel, Jena 1713, 201 f.
URLSagittarius, Historia Gothana (bearb. v. W. E. Tentzel, 1713)
 Wilke, Oratio facta in solennem restauratae scholae Gotthanae inaugurationem (1596)
Person ÜBERCamerarius, Joachim <I., 1500-1574> [Erwähnte Person] [gesichert]
Lindemann, Cyriacus <1512-1568> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Körperschaft ÜBERGymnasium illustre <Gotha> [Erwähnte Körperschaft] [gesichert]
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