Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)

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Ärztebriefe
EditionshinweisHelii Eobani Hessi [...] et amicorum ipsius epistolarum familiarium libri XII, Marburg: Egenolph, 1543 [VD16 H 1493], 154 [r.: 145]-147
Genre Brief allgemein
KorrespondenzGelehrter an Arzt
Person VONHessus, Helius Eobanus <1488-1540> [Verfasser/in] [gesichert]
Person ANSturtz, Georg <1490-1548> [Adressat/in] [gesichert]
Entstehungszeit22.06.1527 [10. Calend. Iulij]
Absenderortex urbe Norica (Nürnberg) [gesichert]
Sprache Latein
LandDeutschland
AusreifungsgradDruck
Inhaltsangabe Es sei kein Problem für Hessus, dass der von Sturtz empfohlene Hentius [nicht identifiziert] die Geschäfte mit Hessus ablehne; Sturtz solle nicht wütend auf ihn sein. Der letzte Brief von Sturtz erfülle ihn mit Freude und Trauer: Freude natürlich deshalb, weil er von Sturtz komme, Schmerz aber empfinde er über dessen Schicksalsschlag, welchen der Tod zweier Brüder von Sturtz darstelle. Mahnung zu christlicher Duldung des Geschehenen; Glückwunsch zum kürzlich geborenen Sohn Oribasius, den Gott ihm als Ausgleich des Schmerzes geschenkt habe. Auch Hessus habe jüngst einen Sohn bekommen, den er, aufgrund seiner Geburt an Christi Himmelfahrt, Anastasius genannt habe. Hoffentlich werde er einmal Sturtz zu Gesicht bekommen, wenn der auf all seinen Reisen einmal hier [in Nürnberg] vorbeikommen sollte. Enttäuschung darüber, dass Hessus bei seinem Besuch in Erfurt Sturtz nicht angetroffen habe. Seine freundschaftliche Zuneigung zu Sturtz habe inzwischen auch Argwohn erregt, doch so verhalte er sich eben Freunden gegenüber.

Joachim Camerarius sei wegen der Affäre um seinen Bruder nach Donauwörth abgereist, wo der Schwäbische Bund tage - nämlich in der Hoffnung, die Freilassung des Bruders zu erreichen. Hessus bete dafür, dass ihm dies gelinge. Es sei bereits die dritte Woche seiner Abwesenheit; Hessus vertrete ihn und Camerarius habe ihm zwei lange und kunstvolle Elegien geschickt. Das Epithalamion, das Hessus für Camerarius geschrieben habe, gehe gerade heute in den Druck, und Hessus schicke es in Kürze. Camerarius habe eine ausgezeichnete junge Frau gefunden, die ihn über alles liebe.

Dass sich, wie man höre, Cordus im heimatlichen Marburg niedergelassen habe, freue Hessus. Sie seien in zwei gar nicht weit voneinander entfernten Dörfern geboren worden. Sturtz habe also zwei recht bäuerliche Dichter, die ihm aber trotzdem schon zur Unsterblichkeit verholfen hätten.

Hessus' Eidyllia sollten im nächsten Herbst (ad futurum autumnum) bei Setzer in Hagenau herauskommen. Er schicke zwei bereits gedruckte Eidyllia mit, das eine noch in Erfurt, das andere bereits in Nürnberg geschrieben; Sturtz möge sie schnellstmöglich an Cordus weiterleiten. Verwunderung darüber, für wie viel Geld Sturtz einen griechischen Galen erstanden habe, wo doch bald eine Ausgabe für deutlich weniger Geld erhältlich sein werde [nicht näher bestimmbar].

Den Brief an Camerarius habe er geöffnet und gelesen. Darin habe er die ihm schon bekannten Nachrichten über Cordus erfahren, aber Sturtz solle ihm mitteilen, ob jener als Marburger Professor wieder zur Dichtkunst zurückkehre oder bei der Medizin bleibe. Hessus werde ihm zwar selbst schreiben, aber derzeit gingen selten Boten von hier nach Marburg ab.

Das Epitaphion, welches Sturtz von Hessus für seinen Bruder erbitte, werde er natürlich verfassen, auch wenn er lieber ein Genethliacon auf den neugeborenen Sohn schriebe. Also werde er sich an beides machen. Hessus lege sein Porträt bei, geschmückt mit Epigrammen des Brassicanus, der bei König Ferdinand hohes Ansehen genieße. Brassicanus schreibe ihm häufig aus Wien, und Hessus unterlasse keine Gelegenheit, ihm [Martin] Hunus zu empfehlen. Allerdings habe Brassicanus auch versucht, Hessus nach Wien zu locken und glaube, es wäre ihm auch gelungen, wäre nicht der Krieg dazwischen gekommen. Doch er täusche sich, denn Hessus werde keineswegs seine ehrenvolle Anstellung hier [in Nürnberg] leichtfertig aufgeben. Grüße an die ganze Familie.

(Michael Pöschmann)
Bemerkungenden Brief an Camerarius: Schreiben Sturtz' an Camerarius aus dem Jahr 1527 sind heute nicht mehr nachzuweisen

Die Gelegenheitsschriften des Hessus für die Familie Sturtz sind als separate Drucke nicht nachweisbar.
URLHelii Eobani Hessi [...] et amicorum ipsius epistolarum familiarium libri XII, Marburg 1543 [Ex. der BSB München, 2 Epist. 5]
Person ÜBERSturtz, Oribasius <geb. 1527> [Erwähnte Person] [gesichert]
Camerarius, Joachim <I., 1500-1574> [Erwähnte Person] [gesichert]
Camerarius, Hieronymus <1490-1545> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Brassicanus, Johannes Alexander <1500-1539> [Erwähnte Person] [gesichert]
Hunus, Martin <fl. 1508-1533> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Hessus, Anastasius <geb. 1527> [Erwähnte Person] [gesichert]
Camerarius, Anna <gest. 1573> [Erwähnte Person] [gesichert]
Cordus, Euricius <1486-1535> [Erwähnte Person] [gesichert]
Hessus, Helius Eobanus <1488-1540> [Werktitel Person]
WerktitelHelii Eobani Hessi, Bvcolicorvm Idyllia XII
Ex Idyllis Eobani Hessi Encomia Duo, Urbis Norenbergae, & Illustr. Philippi Hessoru[m] Principis
SchlagwortKondolenz
Glückwunsch <Geburt>
Geburt
Stellenangebot <Universität>
Epithalamium
Schwäbischer Bund
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