Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)

Vollanzeige Ärztebriefe

Gesucht wurde mit: Registereinträgen. Treffer: 1

Ärztebriefe
EditionshinweisJohann Hornung (Hg.): Cista medica, qua in epistolae clarissimorum Germaniae medicorum ... asservantur, Nürnberg: Halbmayr [1626], 285 f., Nr. 131; Erik Leibenguth: Hermetische Poesie des Frühbarock. Die "Cantilenae intellectuales" Michael Maiers, Tübingen 2002, 472 f., Nr. 3.2 (Text, Übersetzung, Regest)
Genre Brief allgemein
KorrespondenzArzt an Arzt
Person VONBeyer, Johann Hartmann <1563-1625> [Verfasser/in] [gesichert]
Person ANHornung, Johann <1573-n. 1626> [Adressat/in] [gesichert]
Entstehungszeit20.03.1624
AbsenderortFrancofurti ad Moenum (Frankfurt am Main) [gesichert]
ZielortHeidenheim an der Brenz [ermittelt]
Sprache Latein
LandDeutschland
AusreifungsgradDruck
Inhaltsangabe B. habe H.s Brief von dessen Bruder Christian [Hornung] erhalten und danke für den medizinischen Rat. Dr. Michael Meyer [Maier] habe das Aurum potabile des Franciscus Antonius vor einigen Jahren in seiner Frankfurter Behausung bei sich gehabt. Über dessen wahre Kräfte sei B. sich aber nicht sicher. Auch habe er nichts über einen Gebrauch des Aurum potabile durch seine Landsleute gehört. Der adlige Volpert Riedesel sei von Dr. Meyer mehrmals gegen seinen Tumor und seinen Blasenkrebs mit dem Aurum potabile behandelt worden, jedoch ohne Wirkung - sein Zustand sei im Gegenteil immer schlimmer geworden. Später sei ein anderes Aurum potabile von dem Franzosen Philippe Reinauld zubereitet und dem erwähnten Adligen verschrieben worden. Damit habe sich der sechzigjährige Reinauld, ein Schüler von [Leonhard] Thurneisser, sehr hervorgetan und alle anderen "Chymici", wie es bei Menschen dieser Art üblich sei, schlecht gemacht. Doch dem Adligen sei es auch nach der Einnahme dieses Trinkgolds eher schlechter als besser gegangen. Am Ende sei er elendig verstorben, nachdem seine Körperkräfte von seinem schweren Leiden verbraucht waren. [Auch] Dr. Meyer selbst, der sehr an einem langwierigen Quartanfieber gelitten habe, habe durch das Trinkgold nicht geheilt werden können, auch wenn Franciscus Antonius in seinem Buch Fallbeschreibungen von geheilten Quartanfiebern liefere. Meyer habe den Traktat nach eigener Aussage ins Lateinische übersetzt, weil Antonius dieser Sprache nicht kundig sei. B. wünschte, es gäbe tatsächlich ein solches "Aurum potabile" oder es könne eines gefunden werden, dessen Kräfte den im Traktat erwähnten gleichkämen. Man dürfe aber nicht glauben, dass Aesculap alle gleich behandle: "Solis naturae filiis eo penetrare datur". [Nur den Söhnen der Natur ist es erlaubt, dorthin vorzudringen.] H. möge sich weiterhin um die Medizin verdient machen.

(Stephanie Krauss / Tilmann Walter)
URLHornung (Hg.), Cista medica (um 1626)
Person ÜBERHornung, Christian <fl. 1624> [Erwähnte Person] [gesichert]
Maier, Michael <c. 1568-1622> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Reinauld, Philippe <c. 1564-c. 1624> [Erwähnte Person] [gesichert]
Thurneisser, Leonhardt <1531-1596> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Riedesel, Volprecht <1544-1609> [Patient/in] [mutmaßlich]
Anthony, Francis <1550-1623> [Werktitel Person]
WerktitelApologia veritatis illucescentis, pro auro potabili: seu essentia auri ad medicinalem potabilitatem absque corrosiuis reducti
SchlagwortAurum potabile
Alchemie / Chemiatrie
febris quartana
URL dieses Datensatzeswww.aerztebriefe.de/id/00002259 (Bitte beim Zitieren angeben).
Die Inhalte der Datenbank sind durch eine Creative Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 3.0 DE) geschützt.