Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)

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Ärztebriefe
EditionshinweisDaniel Sennert: Operum in sex tomos divisorum tomus sextus, Lyon: Huguetan, 1676, 525 (Cent. I, 1)
Genre Brief allgemein
KorrespondenzArzt an Arzt
Person VONSennert, Daniel <1572-1637> [Verfasser/in] [gesichert]
Person ANDöring, Michael <1582-1644> [Adressat/in] [gesichert]
Entstehungszeit10.07.1619
AbsenderortWittebergae (Wittenberg) [gesichert]
ZielortBreslau
Sprache Latein
LandDeutschland
AusreifungsgradDruck
Inhaltsangabe Sennert habe sich das neue Werk des Aegidius Gutmann gekauft, bereue diese Investition jedoch. Das Buch sei unnütz, dennoch fänden seine Lehren in [Wittenberg - lies 'nos' für "vos"], Magdeburg und anderswo viele Anhänger - zum Schaden wahrer Theologie und Philosophie.

Döring werde der Medizin einen großen Gefallen tun, wenn er die Schriften [Lucas Pollios], von denen er berichtet habe, neu veröffentlichte. Sennert wisse nicht, wer Pollio sei; er habe irgendwann einmal ein deutsches Buch von dem jüngeren Pollio, dem Sohn des älteren Lucas Pollio, über die Ungarische Krankheit gesehen und damals von jemandem gehört, dieses sei hauptsächlich nicht von Pollio, sondern von [Johannes] Crato verfasst worden. Außerdem sei die "eruditio" dieses Pollio zweifelhaft.

Sennert befragt Döring zu seinen Erkenntnissen bezüglich des Aconitum pardialanche. Er würde ihm gerne Medikamente gegen die Gicht schicken, kenne aber selbst aus Mangel an Erfahrung keine, die man nicht ohnehin überall nachlesen könne. Er rate Döring dennoch dazu, mehr Aufmerksamkeit auf den aussendenden Teil zu verwenden, welcher die schädlichen Flüssigkeiten erzeuge, als auf die "Topica". Der Fehler liege bei Döring zweifellos in der Leber und den Hypochondrien, und die schlechte Materie werde vielleicht auch in Kopf und Glieder weitergeleitet. Um die Erzeugung von schädlichen Flüssigkeiten zu verhindern, müsse Döring sich von Wein und von allem, was Weinstein und beißende Flüssigkeiten liefere, fernhalten. Sennert selbst habe, als er an Gelenkschmerzen gelitten habe, in der Literatur übereinstimmend gefunden, dass bei der Heilung der Arthritis eine gute Ernährung erfolgversprechender sei als Medikamente.

Sennert habe noch kein Trinkgold (Aurum potabile) hergestellt, wolle dies aber bald tun, nachdem das von Fr[anciscus] Antonius so gelobt werde. Dafür werde das Gold zuerst durch Aqua Regis und Schwefel kalziniert, dann werde die Tinktur mittels Weingeist ausgezogen, mit Sal urinae gemischt und dreißig Tage lang digeriert.

Sennert habe keine weiteren Versuche mit den Medikamenten des Renealmus unternommen, da sowohl Koeppen [Köppe] als auch [Melchior] Leporin[us] nicht abgestritten hätten, dass jene Heilmittel durch Antimonpräparate (flores Antimonii) in ihrer Wirksamkeit gesteigert würden.

(Stefanie Weidmann)
URLDaniel Sennert: Operum tomus sextus, Editio novissima, Lyon: Huguetan, 1676
Person ÜBERGutmann, Aegidius <E. 16. Jh.> [Erwähnte Person] [gesichert]
Pollio, Lucas <II., gest. 1598> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Crato von Krafftheim, Johannes <1519-1585> [Erwähnte Person] [gesichert]
Köppe, Joachim <fl. 1602-1625> [Erwähnte Person] [mutmaßlich]
Reneaulme, Paul de <1550-1624> [Behandelte Person] [gesichert]
Pollio, Lucas <I., 1536-1583> [Erwähnte Person] [gesichert]
Anthony, Francis <1550-1623> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Leporinus, Melchior <c. 1550-nach 1608> [Erwähnte Person] [mutmaßlich]
Gutmann, Aegidius <E. 16. Jh.> [Werktitel Person]
WerktitelOffenbarung göttlicher Majestaet
SchlagwortMagdeburg
Ungarische Krankheit
Aconitum <Pflanze>
Gicht
Ernährung
Goldherstellung
Antimon
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