Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)

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Ärztebriefe
Besitzende Institution Biblioteka Jagiellońska <Krakau> / Oddział Rękopisów / Berlinka
SignaturAutografy (K. 107), Melanchthon S.
EditionshinweisJohann Georg Schelhorn: De vita, fatis ac meritis Philippi Camerarii I[uris]c[onsul]ti, historici ac philologi pereximii et primi Academiae Altorfinae procancellarii, commentarius, Nürnberg: Seitz & Zell, 1740, 192 f. (Auszug)
LiteraturHelga Döhn: Die Sammlung Autographa der ehemaligen Preussischen Staatsbibliothek zu Berlin: Autographenkatalog auf CD-ROM, Wiesbaden 2005 (Katalogisat)
Genre Brief allgemein
KorrespondenzArzt an Gelehrter
Person VONMelanchthon, Sigismund <1537-1573> [Verfasser/in] [gesichert]
Person ANCamerarius, Philipp <1537-1624> [Adressat/in] [gesichert]
Umfang, Beilagen2 S.
Entstehungszeit23.10.1568 [Eingangsvermerk: 30. Oktober]
AbsenderortHeidelbergae (Heidelberg) [gesichert]
ZielortStraßburg [gesichert]
Sprache Latein
LandDeutschland
AusreifungsgradOriginal
Inhaltsangabe Dem Überbringer des Briefes hätte M. nur zu gerne einen Dienst erwiesen, wenn er es gekonnt hätte, sowohl aufgrund von C.s Empfehlung als auch aufgrund von dessen Tugendhaftigkeit und Bildung. Er danke ihm für seinen Brief und bitte ihn, dass er, der ihm viel lieber sei als ein Brief, ihn besuche, sei es auf der Rückreise zu seinen Eltern, sei es bei einer anderen Gelegenheit.

In diesem Augenblick erhalte M. einen Brief von C.s Bruder Ludwig aus Wien, wohin dieser seinen Vater begleitet habe. Dieser sei von Kaiser Maximilian dorthin berufen worden, um die Kirchen seiner Lande neu zu ordnen. Der Vater habe es nicht zugelassen, dass er von der Angst um sein Alter, seine Gesundheit oder vor aufrührerischen Menschen daran gehindert würde, ein so frommes und heiliges Beginnen nach Kräften zu unterstützen. Das Vorhaben werde jedoch von den Flacianern auf verwunderliche Weise gestört, von denen eine große Zahl zusammengeströmt sei. Sie hätten bewirkt, dass das Unterfangen bis zum 1. November ausgesetzt werde, bis Leute aus ihrer Parteiung, namentlich auch David Chytraeus, dazugerufen würden. Diese werde C.s Vater erwarten, wenn auch nicht ohne Verdruss. Hoffentlich sei auch der Kaiser diesem Unterfangen wohlgesonnen.

In seiner Gegend sei eine Seuche ausgebrochen, allerdings noch schwach, sodass er hoffe, dass diese sich nicht weiter ausbreite.

C. solle Gregor Peucer grüßen und ihn bitten, dass er bei der Aufgabe, von der er ihm neulich geschrieben habe, an ihn denken möge.

(Joachim Bürkle)
BemerkungenFrüher: Berlin, Staatsbibliothek, Slg. Autographa; zuvor Autographensammlung Meusebach
URLSchelhorn, De vita, factis ac meritis Philippi Camerarii commentarius (1740)
Person ÜBERMaximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, II., 1527-1576> [Erwähnte Person] [gesichert]
Chytraeus, David <1531-1600> [Erwähnte Person] [gesichert]
Peucer, Gregor <1497-1560> [Erwähnte Person] [gesichert]
Camerarius, Joachim <I., 1500-1574> [Erwähnte Person] [gesichert]
Camerarius, Ludwig <1542-1582> [Erwähnte Person] [gesichert]
SchlagwortReformation
Theologie
Politik
Kirchenordnung
Flacianer
Epidemie
URL dieses Datensatzeswww.aerztebriefe.de/id/00014889 (Bitte beim Zitieren angeben).
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