Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)

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Ärztebriefe
EditionshinweisJoachim Camerarius [II.] / Philipp Camerarius (Hgg.): Ioachimi Camerarii Bapenbergensis epistolarum familiarium libri VI, Frankfurt: Wechels Erben, 1583 (VD16 C 413; ND Wien 2006), 361 f.; John L. Flood / David J. Shaw: Johannes Sinapius (1505-1560), Hellenist and physician in Germany and Italy, Genf 1997, 220 f., Nr. 75
Genre Brief allgemein
KorrespondenzGelehrter an Arzt
Person VONCamerarius, Joachim <I., 1500-1574> [Verfasser/in] [gesichert]
Person ANSinapius, Johannes <1505-1560> [Adressat/in] [gesichert]
Entstehungszeit11.11.1560 [3. Id. IX bris; Brief o.J.; Jahr ermittelt (Flood / Shaw)]
AbsenderortLips[iae] (Leipzig) [gesichert]
Sprache Latein
Griechisch
LandDeutschland
AusreifungsgradDruck
Inhaltsangabe S.' Brief habe C. erreicht, als er zuhause mehr in Gedanken versunken als tätig gewesen sei, da die Hochzeitsvorbereitungen für die noch zuhause verbliebene Tochter anstünden. Beim Öffnen und Lesen des Briefes sei der Bote schon weitergeeilt gewesen. Weiter wolle er über sich nichts schreiben; zwar strebe ein jeder nicht nur nach guten Taten, sondern auch nach einem guten Ruf (wie auch Pindar sage), doch bedürfe es auch keines übermäßigen Lobes.

Welch eine Lücke der Tod Melanchthons gerissen habe, werde man möglicherweise erst später erkennen; es gebe Leute, die sich über dieses Unglück freuten. - Wenn es S. gut gehe, freue sich C., falls nicht, wie zu befürchten stehe, wünsche er ihm einen starken Mut. Durch die schlimme Untat, von der S. berichtet habe [gemeint ist die Ermordung Melchior Zobels], sei auch C. ziemlich erschüttert worden und denke noch immer mit Betrübnis daran, doch müsse man Gott das Weitere überlassen.

C. habe gehört, daß S. seine Tochter [Theodora] mit N. N. [Christoph. Elephantus, wohl nur im Druck anonymisiert] verheiratet habe und die Ehe glücklich sei. Er gratuliere ihm zu einem solchen Schwiegersohn. C. selbst werde alt und leide unter Nierenbeschwerden.

Kürzlich habe er ein Schreiben von Georg [nicht identifiziert] erhalten und wolle ihm antworten; S. möge dann diese Antwort an Georg weiterleiten. - In einer griechischen Komödie heiße es, daß von Sinnen sei, wer ein gutes Fischgericht erstehen könne und stattdessen Rettiche kaufe. In diesem Sinne habe auch C. keine Lust, sich angesichts erreichbarer, klarer und bedeutender Meinungen und Angelegenheiten an ihrer Stelle mit unklaren und belanglosen zu befassen. Doch sei es, wie der Tragödiendichter sage: Daß ein Ding dem einen gefalle, dem anderen jedoch verhaßt sei, sei eine ernste Sache. Das müsse nun ein jeder entscheiden, allerdings werde solcherlei im Brief an S. mißtönend wirken.

Grüße an Erasmus [Neustetter].

(Marco Bleistein / Ulrich Schlegelmilch)
URLCamerarius, Epistolarum familiarium libri sex (1583)
Person ÜBERMelanchthon, Philipp <1497-1560> [Erwähnte Person] [gesichert]
Neustetter, Erasmus <1522-1594> [Erwähnte Person] [mutmaßlich]
Senff, Theodora <geb. 1543> [Erwähnte Person] [gesichert]
Melchior <Würzburg, Bischof, gest. 1558> [Erwähnte Person] [ermittelt]
Elephantus, Christophorus <fl. 1560> [Erwähnte Person] [ermittelt]
SchlagwortEheschließung
Nierenleiden
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